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Rückrundenvorschau
Verstärkungen aus Brasilien
Für Bad Liebenzell und Ottenbronn geht’s um den Klassenerhalt
Dass man die Vorrunde in der Verbandsliga als Schlusslicht beenden würde, hätte beim MUTTV Bad Liebenzell zu Beginn niemand erwartet. Der Sieg im letzten Vorrundenspiel gegen Tuttlingen entfachte nun neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Nicht zuletzt deshalb ist sich MUTTV-Vorstand Markus Buck auch sicher: „Wir werden die Liga halten.“ Für die Rückrunde winkt den Liebenzellern zudem unerwartete Hilfe, denn sie dürfen im Endspurt auf Einsätze des Brasilianers Gregory Araújo hoffen, der dem Vernehmen nach mindestens Oberligastärke haben soll und hinter Spitzenspieler Levente Szarka eingereiht wird. Auf der nächsten Position taucht aus taktischen Gründen Matthias Krammer auf, es folgen Markus Walz, Adam Drzysga, Thomas Krammer, Markus Buck und Christian Schlesiger.
In der Verbandsklasse beendete der TTC Loßburg die Vorrunde mit einem Knaller: Mit 9:7 fügten die Schwarzwälder dem bis dahin souveränen Spitzenreiter SV Böblingen die erste Niederlage zu. Damit gehen die Loßburger mit lediglich drei Punkten Rückstand auf den Halbzeitmeister in die Rückrunde. Rechnen sie sich nun noch Chancen auf den Titel aus? Da winkt Loßburgs Chef Jürgen Baader aber sofort ab: „An den Titelgewinn denken wir nicht. Wir streben einen Platz unter den ersten Drei an.“ Die Mannschaft musste indessen auf einer Position geändert werden: Steffen Müller steht nun vor Claus-Peter Eberhardt.
Der TTC Mühringen hat eine hervorragende Vorrunde gespielt. Auch wenn man den verlorenen Punkten beim 7:9 gegen Wasseralfingen noch nachtrauert, herrscht größte Zufriedenheit. „Mit dem Abstieg sollten wir nichts mehr zu tun haben“, meint Mannschaftssprecher Mark Schüle, allerdings müsse man abwarten, wie sich die Umstellungen in der Rückrunde auswirkten. Thorsten Kern rückt nach vorne zu Jochen Raff, Jan Schmidt in die Mitte und Mark Schüle auf Position sechs hinter Frank Bolanz. Am ersten Rückrundenspieltag empfangen die Mühringer die TSG Ailingen; Schüle: „Da hoffen wir auf einen knappen Sieg, wären aber auch mit einem Unentschieden noch zufrieden.“
In einer schwierigen Situation befindet sich der TTC Ottenbronn, der mit nur drei Pluspunkten auf dem ersten Abstiegsrang liegt. Den Kampf um den Klassenerhalt will die Mannschaft aber annehmen und fiebert schon auf das erste Rückrundenspiel gegen Wangen hin. TTCO-Vorstand Achim Kappler spricht von einem richtungsweisenden Match: „Ein Punkt wäre wohl zu wenig, da muss ein Sieg her!“ In der Aufstellung steht Rolf Jäger nun auf Platz fünf, Günther Kühn in der Mitte.
Keine Abstiegssorgen hat man indessen beim Landesligisten TV Oberhaugstett. Zum einen steht die Mannschaft bei 8:10 Zählern ohnehin mit einem ordentlichen Punktepolster da, zum anderen ist sicher, dass Spitzenspieler René Schaible die letzten fünf Spiele mit von der Partie ist. Dazu wird dann auch noch der Brasilianer Allan Sarmento als neue Nummer eins kommen. Der junge Jan Teltschik ist nun in der zweiten Mannschaft aufgestellt, wird aber vornehmlich in der „Ersten“ spielen, zudem rückt Harald Baitinger vor Oliver Schaible.
TV Calmbach auf Titelkurs
Drei Schwarzwälder Teams in der Bezirksliga akut gefährdet
Ohne Verlustpunkt sicherte sich der TV Calmbach in der Bezirksliga die Halbzeitmeisterschaft. Und da die Enztäler am letzten Vorrundenspieltag den Hauptrivalen SV Böblingen II mit einem 1:9 nach Hause schickten und nun mit drei Punkten Vorsprung in Front liegen, zweifelt eigentlich niemand mehr am Titelgewinn. Da ist sich auch TVC-Vorstand Jürgen Metzler sicher: „Wenn keine Verletzungen auftreten, gibt die Mannschaft diesen Vorteil nicht mehr aus der Hand.“ In der Aufstellung tauscht Ludwig Schmidt den Platz mit Carsten Knöller. Eine Vorentscheidung fällt bereits Ende Januar, wenn die Calmbacher mit dem SSV Schönmünzach den Tabellenzweiten erwarten. Für die Murgtäler geht es in diesem Match schon um die letzte Chance im Meisterschaftsrennen. Aber selbst bei einem Sieg wären sie zum Titelgewinn noch auf Fremdhilfe angewiesen. Doch damit rechnet SSV-Chef Klaus Frey nicht: „Wir wollen den zweiten Platz schaffen. Aber leider werden noch keine Relegationsspiele durchgeführt.“
Mit ausgeglichenem Punktekonto belegt der TTC Birkenfeld einen guten Mittelplatz und kann damit sehr wohl zufrieden sein. Für die Rückrunde muss Frank Ehmer seinen Platz in der Mitte für Giovanni Giorgini räumen und steht nun auf Position sechs, an der Spitze tauschte Julian Bühler den Platz mit Dieter Herrigel. Nun muss sich zeigen, wie sich diese Umstellungen auswirken, aber bei sechs Punkten Abstand zu den Abstiegsrängen sollte nach unten nichts mehr passieren.
Bei elf Teams gilt die verschärfte Abstiegsregelung. Da aber von oben voraussichtlich keine Mannschaft in diese Liga kommt, spielen mit dem SV Glatten, CVJM Grüntal und Calmbach II wohl drei Schwarzwälder Teams die beiden Absteiger aus. Der SV Glatten geht mit einer Aufstellungsänderung in die Rückrunde: Klaus Mayer rückt vor Oliver Witzelmaier, der nun mit Marc Koppe das hintere Paarkreuz bildet. Mit einem ganz neuen hinteren Paarkreuz wartet Grüntal auf: Hier sollen Georg Armbruster und Wolfgang Sailer aus der „Zweiten“ für Punkte sorgen. Auch die Calmbacher „Zweite“ besetzte das hintere Paarkreuz mit Dieter Orth und Zugang Eduard Oberbüchler neu. Zudem geht der bisherige Spitzenspieler Martin Kern hinter Frank und Jürgen Metzler zurück.
Lützenhardts Damen ohne Sorgen in der Verbandsliga
Wechselspiele bei Dornstetten und Schönmünzach
Die Damen des TTC Lützenhardt können locker in die Rückrunde der Verbandsliga gehen. Mit 10:6 Zählern lief bei ihnen die Vorrunde so gut wie nie zuvor. Damit lohnt bei sechs Punkten Abstand zum ersten Abstiegsrang der Blick nach unten nicht mehr. Hinter Klara Misurak, Nejla Yaman und Julia Gutekunst kehrt Verena Riedt in die Mannschaft zurück und löst damit die glücklose Jessica Stickel ab.
In der Landesliga belegen die Damen des TV Dornstetten einen guten dritten Platz. Wie in den Vorjahren treten die Dornstetterinnen jedes Mal in einer anderen Besetzung an. Obwohl sieben Spielerinnen auf dem Meldeformular stehen, hat Mannschaftsführerin Inge Weber aber kaum einmal die Qual der Wahl; im Gegenteil: Meistens ist sie froh, wenn sie vier zusammenbringt. Außerdem schätzt sie die Klasse als sehr ausgeglichen ein: „Da ist keine Mannschaft, gegen die man im Vorbeigehen die Punkte mitnimmt.“
Mit ausgelichenem Punktekonto folgt den Dornstetterinnen das Quartett des TTC Mühringen. Im Lager des TTCM traut man den vier in der Rückrunde sogar noch mehr zu; Vereinssprecher Mark Schüle: „Unsere Damenmannschaft ist mit Melanie Schmidt, Michaela Kohler, Ramona Schüle und Denise Bok so ausgewogen besetzt, dass am Ende ein positives Punkteverhältnis herauskommen müsste.“
In der Bezirksliga haben die Damen des SSV Schönmünzach ihre Titelchancen nach den beiden Niederlagen gegen Halbzeitmeister VfL Sindelfingen III und Lützenhardt II wohl verspielt. Das ist besonders schade für Spitzenspielerin Nicole Gaiser, die unlängst bei den baden-württembergischen Meisterschaften die spätere Siegerin Katharina Sabo vom Regionalligisten TSV Herrlingen am Rande einer Niederlage hatte. Aber das Problem der Vorrunde ist auch das Problem der Rückrunde: Die vier jungen Schönmünzacherinnen dürfen jeweils nur vier Spiele absolvieren und müssen deshalb ständig wechseln. Und dabei kann man sich eben auch mal verrechnen. Während die Lützenhardter „Zweite“ ebenfalls gut dasteht, ist es um die Klosterreichenbacherinnen und Liebenzellerinnen weniger gut bestellt. Beide sind mit 1:13 Punkten die Schlusslichter der Liga.
Farbtupfer aus Südamerika
Bei Verbandsligist MUTTV Bad Liebenzell und bei Landesligist TV Oberhaugstett tauchen in den Rückrundenaufstellungen mit Gregory Araújo (19) und Allan Sarmento (17) neue Namen auf. Unwillkürlich fragt man sich: Wie und warum kommen die zwei Brasilianer zum Tischtennisspielen in den Schwarzwald? Maßgeblich beteiligt ist an diesen spektakulären Transfers der nominelle Spitzenspieler des TV Oberhaugstett, René Schaible. Er ist beruflich in Panama tätig und lernte die beiden auf Geschäftsreisen in Brasilien kennen. Beide gelten als talentierte, ambitionierte Spieler, die sich mit einem längeren Trainingsaufenthalt in Deutschland spielerisch verbessern wollen, um in Zukunft vielleicht sogar an Pro-Tour-Turnieren teilnehmen zu können. Bei den beiden Schwarzwälder Vereinen steigen sie zunächst in den Mannschaftssport ein, den es so in ihrer Heimat nicht gibt. Weiter sollen sie am Training bei höherklassigen Clubs teilnehmen und sich über Turniere bei Vereinen ab der Regionalliga aufwärts ins Spiel zu bringen. Der MUTTV und der TVO können also nicht mit einem längeren Engagement der beiden Exoten rechnen. Dieser Coup kostet die beiden Clubs übrigens keinen Cent, denn dieses wohl erstmalige Experiment soll durch Sponsoren des brasilianischen Verbandes finanziert werden. Für die Liebenzeller und Oberhaugstetter könnten die beiden aber durchaus mehr als Farbtupfer aus Südamerika sein
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